Zehnter Meistertitel: Bundesligamannschaft schreibt Turngeschichte im DTL-Finale

30.11.2025

Um 21:12 Uhr am 29. November hat unsere Bundesligamannschaft ein weiteres Kapitel Turngeschichte geschrieben. Nach fünf umjubelt gewonnen Scorepoints von Lukas Dauser am Reck lagen das Team auch theoretisch uneinholbar vor ihrem Finalgegner TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau (TVW) in Führung. Somit haben sich die Jungs den zehnten Titel des Deutscher Mannschaftsmeisters im Gerätturnen gesichert und sich damit als alleiniger Rekordhalter in der Deutschen Turnliga an die Spitze gesetzt. „Nacheiner langen Saison haben wir unser selbst gestecktes Ziel erreicht“ freute sich Kapitän Andreas Bretschneider überschwänglich. Mit 52:25 nach Scorepunkten gewannen sie den Finalkampf verdient und ist auch seiner Favoritenrolle gerecht geworden, nachdem die Riege in allen sieben Vorrunden-Wettkämpfen dominiert hat. Es ist der dritte Titelgewinn in Folge, jeweils gegen denselben Finalgegner TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Dem diesjährigen 52:25 ging letztes Jahr ein 48:11 Triumph voraus, 2023 gewannen die Nordschwarzwälder mit 48:17.

 

Von Beginn an herrschte Gänsehaut-Atmosphäre im SNP dome in Heidelberg. Angeführt von Andreas Bretschneider lief die Straubenhardter Riege ein. Zahlreiche mitgereiste KTV-Fans bildeten einen stimmungsvollen Fanblock, der vom ersten Moment an für fantastische Stimmung sorgte. Lukas Dauser stellte den Wanderpokal auf das Podest auf der Wettkampffläche. Selbstbewusst genug um zu wissen, den Henkel-Pott nach einem Sieg endgültig in den Straubenhardter Trophäenschrank stellen zu dürfen.

 

Im in der Deutschen Turnliga üblichen attraktiven Modus mit Mann-gegen-Mann-Duellen legte die Mannschaft am Boden vor. Alexander Kunz begann mit einer spektakulären Übung mit einen Doppeltwist in den sicheren Stand und setzte den TVW gleich unter Druck. Arne Halbisch antwortete und brachte die Wetzgauer aufgrund besserer Ausführung mit 1:0 in Führung. Dem Konter mit zwei Scorepunkt-Gewinnen nach einer mit Schrauben und Saltos gespickten Kür von Nick Klessing musste Mert Öztürk die Punkte seinem sehr standsicheren Gegner Milad Karimi überlassen. Somit war es dem turnerischen Hochkaräter Illia Kovtun mit unter anderem perfekt ausgeführten Thomaskreiseln fünf Scores zu sammeln und die Gerätewertung mit 7:5 zu gewinnen. Den Siegeszugsetzte der 42-Jährige Ilie Daniel Popescu am Pauschenpferd mit einem Duellsiegfort. Mit einem sauberen Abgang über den Handstand beendete er seine turnerische Karriere bei der KTV Straubenhardt. Der momentan wohl beste deutsche Pauschenpferd-Turner Nils Dunkel (4 Scores) und erneut Kovtun (5)brachten den 11:4 Gerätesieg für Straubenhardt in trockene Tücher. Kovtun‘s Kür war mit einem Ausgangswert von 5,5 die technisch anspruchsvollste Übung der ersten Halbzeit. An den Ringen dominierten unsere Turner ihren Gegner nach Belieben, mit 14:0 gewannen Dario Sissakis, Alexander Kunz, Nils Dunkel und der kanadische Turner Félix Dolci alle ihre vier Duelle. Kunz hatte im letzten Jahr noch das TVW-Trikot getragen. Mit einer beruhigen 32:9 Führung konnten die KTV-Turner den Pausentee quasi schon genießen.

 

Der Kampf um Gold und Silber ging am Sprung weiter. Einen starken Milad Karimi konterte unsere Mannschaft mit Dolci, der die Führung auf dem Weg zum Titelgewinn weiterausgebaut hat. Dario Sissakis gewann mit einem Kasamatsu mit eineinhalb Drehungen ebenfalls zwei Scores. Alexander Kunz und Nick Klessing gingen wohl etwas übermotiviert an den Sprung, beide stürzten bei der Landung. Somit gewann der TVW die Gerätewertung mit 7:3. Mit Highlights warteten die Jungs am Barren auf. Lukas Dauser, Vize-Olympiasieger von 2022 und Weltmeister von 2023 an dem Gerät, turnte nach einer Felge mit halber Drehung zu Beginn Höchstschwierigkeiten wie zu seinen besten Zeiten, vier Scores waren der verdiente Lohn. Illia Kovtun brillierte mit nur minimalen Griffkorrekturen und einer sehr hohen reellen Note von 14,65 Punkten, Alexander Kunz steuerte drei Scores zum 11:4 Geräteerfolg bei. Lediglich der amtierende Europameister Nils Dunkel musste die Holmengasse nach einem Sturz verlassen und unterlag Karimi zu einem 46:20 Zwischenstand. Mit der Führung im Nacken zelebrierte Andreas Bretschneider eine wahre Flugshow am Reck, die leider in einem Sturz endete. Besser machte es Lukas Dauser, der in seinem letzten Einsatz noch einmal fünf Scores gewann. Félix Dolci schloss seinen Auftritt mit der Tageshöchstwertung und einer absoluten Top-Leistung von 14,85 Punkten ab, so dass die Duell-Niederlage von Kunz lediglich leichte Ergebniskosmetik für die Gäste war. Auch die beiden Topscorer des Tages kamen aus unserem Team: Kovtun (14) und Dauser (9).

 

Vor der Pokalzeremonie versprach Lukas Dauser nach dem Ende seiner aktiven Karriere: „Wir sehen uns in anderer Rolle wieder“, was nicht nur von den zahlreich mitgereisten Anhängern im Fanblock frenetisch gefeiert  wurde. Mit Lachen in den Augen und sicher auch der ein oder anderen Freudenträne reckte Dauser die Siegertrophäe in Richtung Hallendach, die Goldmedaillenglänzten auf den eigens kreierten Meisterschaftsshirts, auch die blauen Sonnenbrillen aus dem letzten Jahr durften nicht fehlen, es war feiern angesagt.

Resümierend stellte Lukas Dauser sehr zufrieden fest: „Es war keineswegs selbstverständlich, den Titel erneut zu gewinnen. Wenn du Tabellenführer bist und als klarer Favorit in das Finale rein gehst musst du trotzdem konzentriert deine Leistung bringen“. Andreas Bretschneider ergänzte: „Es war die ganze Saison lang eine Mannschaftsleistung, in der einer für den anderen gekämpft hat. Auch Turner wie Milan Hosseini, Tomoya Kashiwagi und Yannick Kessler, die in den Vorrundenwettkämpfern im Einsatz waren“. Mit zum Kader gehört auch Pascal Brendel, der jedoch in der Saison 2025 keinen Geräteeinsatz hatte. „Es ist alles gesagt, ich hoffe, dass das Team jetzt richtig feiern wird“ sagte auch unser Präsident Andreas Rapp freudestrahlend. Wo genau die Meisterschaftsfeier endete, bleibt das süße Geheimnis der Mannschaft nachdem der 29. November 2025 in die Geschichtsbücher des Turnsports eingegangen ist.

Das Finale um den dritten Platz gewann die TG Saar mit 34:33 gegen den SC Cottbus. Die Entscheidung fiel erst in der allerletzten Kür, als Florian Lindner den Rückstand von drei Punkten mit vier gewonnen Scores in eine Führung umgewandelt hat. Alle Detailergebnisse sind auf der Homepage der Deutschen Turnliga unter www.deutsche-turnliga.deveröffentlicht.

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